Am Abflugtag, dem 11. August 2018 feierten wir noch fix den 90. Geburtstag meines Opas, um am Nachmittag pünktlich auf dem Parkplatz des Dresdner Landesfunkhauses zu stehen. Ein großes Gewusel und Gepacke wurde mit einem Entspannungskaffee abgeschlossen, bevor sich die drei Fahrzeuge Richtung Berlin Tegel in Bewegung setzten. So sehr wie in unseren letzten Stunden in Deutschland sollten wir (leider oder zum Glück?) die nächsten Tage in Armenien nicht mehr schwitzen. Doch der Angstschweiß stand uns dennoch allen am Flughafen ins Gesicht – den einen wegen Übergepäck und diffuser Sperrgepäckaufgabe, anderen wegen Flugangst (also eigentlich nur mir). Dennoch lief am Ende alles gut und wir landeten einigermaßen pünktlich mit vollzähligem Gepäck in unserem geliebten Armenien.

Am Flughafen nahm uns sogleich Aelita, unsere Reiseleiterin für die nächsten zwei Wochen, in Empfang. Mit zwei Fahrzeugen wurden wir in den frühen Morgenstunden in die liebevolle Unterkunft Villa Delenda gefahren, wo uns ein herzliches Mütterchen in unsere Zimmer führte. Nach fünf Stunden Schlaf und einem leckeren Frühstück wurde wieder emsig umgepackt (dank ungedämmter Dielen wurden wir von den unter uns Schlafenden als „Umzugsfirma“ bezeichnet 😀 ) und der Plan für die nächsten Tage besprochen. Wir streiften durch die Stadt bis zu den Kaskaden, wo wir uns erst mit Bargeld bestückten, um es gleich in der ersten Kneipe wieder auf den Kopf zu hauen 😊 Erst am Abend standen die ersten Kameraszenen auf dem Programm und Yerevan hatte natürlich von Straßenmusikeren/-künstlern, Skurilitäten bis zum bunten Fontänenschauspiel auf dem Platz der Republik am Abend einiges zu bieten. Auf der Terrasse des Diamond schlugen wir uns die Bäuche voll und schliefen mal wieder viel zu kurz vor unserem Start ins Trekking-Abenteuer.

Mit unserer Bergführerin Shushan ging es in die Ghegama-Berge, die wir alle zu Beginn etwas unterschätzten. Zwar ist der bergsteigerische Anspruch in technischer Hinsicht nicht erwähnenswert – zumindest am ersten Tag stiegen wir über sanfte Wiesen bergauf – jedoch brachte uns die Höhe ordentlich zum Schnaufen. Und auch der Temperaturabfall kam für die meisten unerwartet. Im Tagesgepäck hatten die wenigsten warme Sachen und als sich der Himmel immer weiter zuzog, wurde es über 3000 m doch ziemlich frisch. Insgesamt ging es auf rund 12 km verteilt mehr als 1000 m bergauf, vom Bergdorf Sevaberd (zu deutsch „schwarze Festung“) auf 2000 m gelegen hinauf zum Gebirgssee Akna auf 3040 m. Zwischendurch hatten wir ein unerwartetes Jesiden-Intermezzo. Ein Reiter nahm uns mit zu seinem Zeltlager, wo seine siebenköpfige Familie im Sommer eine riesige Schafsherde hütete. Die kläffenden Hirtenhunde entpuppten sich bald als riesige Kuschelbären und im „Wohnzimmer-Zelt“ wurden für uns frisch gebratene Pilze, Brot, Melone, Käse und Joghurt aus Eigenproduktion sowie etlicher Süßkram aufgetischt. Risgo, Hirte und Familienoberhaupt, erzählte viel aus dem Leben der Jesiden, der Verfolgung im Irak und der ruhigen Zeit, die für seine Familie im Exil in Armenien folgte. Er war ein äußerst herzlicher Gastgeber, der uns sicherlich gern noch länger da behalten hätte, doch die Zeit drängte allmählich.

Am See empfingen uns Aelita und die beiden Fahrer mit einem warmen Tee und sogar die Zelte waren schon aufgebaut. Nach einem schmackhaften Abendmahl und ein paar vorzüglichen Wodka verschwanden wir alle zeitnah in die Zelte, denn es sollte angesichts der längsten und anstrengendsten Tagesetappe bereits 6.30 Uhr los gehen. Doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Schon beim Aufwachen in den frühen Morgenstunden rüttelte der Sturm gewaltig am Zelt und gerade, als wir uns aus den Schlafsäcken schälen wollten, brach die Zeltstange unseres Vorzeltes. Die „frohe“ Kunde, die Shushan verbreitete, nämlich dass wir uns wegen des Wetters erst um 8 zum Frühstück treffen sollten und wir damit endlich einmal Gelegenheit zum Ausschlafen gehabt hätten, nützte uns daher nicht viel. Von nun an wechselten wir uns ab, die verbleibenden Zeltstangen zu stützen, damit das instabile Konstrukt im Sturm nicht gänzlich zerbarst. Klaus spannte das Vorzelt so gut es ging mit den Sturmleinen ab, auch Thorsten musste sein Vorzelt noch einmal stabilisieren, damit ihn nicht das gleiche Schicksal ereilte. Wir packten unseren Kram und verkrümelten uns ins Küchenzelt. Außer uns waren nur die Fahrer wach, die sich in ihren Gefährten versuchten, warm zu halten (Wer sich jetzt fragt „Fahrer??“ – sie fuhren nicht uns, sondern das Material herum). Beim Frühstück kristallisierte sich ziemlich schnell heraus, dass ein Aufbruch heute keinen Sinn mehr machte, auch nicht mit alternativem Ziel. Wir vertrauten auf Shushans Erfahrung (wenn der Himmel früh nicht klar ist, was er für gewöhnlich immer ist, kann man es gleich vergessen) und harrten den Tag im Camp aus. Unsere gebrochene Vorzeltstange bot gleich ein bisschen Filmmaterial und alle nutzten den Tag für Reparaturen, Pläne schmieden, lesen und natürlich Nickerchen…

Die Nacht verlief nicht nur durch das immer noch turbulente Wetter unruhig. Auch mein Magen machte Sperenzchen, sodass ich in der dicken Nebelsuppe ganz im tadschikischen Stil alles heraus brachte, was mein Körper nicht drin behalten wollte. Am nächsten Tag war aber schon wieder alles ok und sonst hatte keiner aus der Gruppe derartige Probleme, weshalb es wahrscheinlich primär an der Höhe gelegen haben wird. Es ist eben nicht so einfach mit der Akklimatisierung bei einer Flugreise. Weil sich die miesen Wetterprognosen bestätigten, stiegen wir bereits einen Tag eher als geplant Richtung Sevansee ab und mussten auf die prächtigen, aber in einer Wolkensuppe hängenden Gipfel des Geghama-Gebirges verzichten. Wir besichtigten den Friedhof von Noratus, der eine Vielzahl von Gräbern und Kreuzsteinen beherbergt. Wie wir von Aelita erfuhren, hat jedes Element der aufwendig verzierten Kreuzsteine eine Bedeutung (oft findet man florale Muster und Ewigkeitszeichen). Anlass für die Anfertigung dieser Steine, die keiner dem anderen gleichen, konnte jedes Ereignis sein, mit Ausnahme der Geburt. Es sind also nicht nur Grabsteine, sondern Gedächtnissteine. Daneben zieren unzählige Grabsteine das sieben Hektar große Gelände – moderne mit Porträts der Verstorbenen ebenso wie Jahrhunderte alte, verwitterte Steine, auf denen man z.T. aber noch die eingehauenen Darstellungen erkennen kann, die das Leben der begrabenen Personen abbilden sollten (z.B. ein Instrument bei Musikern).

Anschließend suchten wir uns ein romantisches Fleckchen am Seeufer für eine letzte Zeltnacht. Aelita und Shushan kochten wieder vorzüglich. Vollkommen machte den Abend eine hübsche Streunerin, die wir „Kilikia“ tauften. Sie hing sich beim Gang zum Badezimmer, das wir nutzen durften, an meine Fersen und harrte aus, bis ich wieder herauskam. Als sie so vor der Tür stand, konnte ich einfach nicht anders, als sie mit zum Camp zu nehmen. Glücklicherweise waren alle mit ihrer Anwesenheit einverstanden und wir konnten uns intensiv um die kuschelbedürftige Hundedame kümmern. Daneben versüßten uns Shushan und Aelita den Abend, die zu Shushans Gitarrenspiel wundervolle, oft melancholische, armenische (Liebes-)Lieder am knisternden Lagerfeuer sangen. Nach einer Weile trauten sich auch Klaus und Holger an die Klampfe, jedoch mussten wir mal wieder beschämt feststellen, dass es bei uns mit der Volksliedkultur nicht so weit her ist. Oft fallen einem nur die mäßig beliebten Lieder ein, mit denen man einst im Musikunterricht gequält wurde…

Als wir uns am nächsten Tag von Kilikia verabschieden mussten, vernahmen wir durch die noch geöffnete Tür  des Kleinbusses ihr Winseln, was uns beinahe das Herz brach… Wir wurden schließlich zum Ressort „Noy Land“ (Noy bedeutet „Noah“) gefahren, wo wir unter der wachsamen Linse der Kamera endlich die Räder auspacken und zusammensetzen durften. Nach einer kurzen Kebab-Stärkung (nein, kein Döner) schwangen Thorsten, Holger, Klaus und ich uns zum ersten Mal auf die Räder und kullerten 35 km gemütlich entlang des Ufers. Bei einer Abfahrt schoss mir auf einmal ein brennender Schmerz in den Unterarm und ich dachte an einen Splitter oder Zigarettenglut, doch es war ein Stachel in meiner Haut, das zugehörige Tier war durch den Fahrtwind bereits abgerissen worden. Der altbekannte Schmerz verriet mir: Wespe. Super, in der ersten Urlaubswoche also schon Brechdurchfall und Wespenstich. Natürlich denkt man bei so einer Testfahrt nicht an die Reiseapotheke und rein zufällig hatte auch niemand eine frische Zwiebel im Gepäck. Da blieb nur Zähne zusammen beißen. Wir fuhren die Tour zu Ende und standen Thorsten in unserem ersten Interview Rede und Antwort.

Zeitig wollten wir unseren ersten Pass, den Selim-Pass auf 2410 m Höhe, in Angriff nehmen. In Martuni sprang die gute Aelita für meinen immer stärker schmerzenden und schwülstiger werdenden Popeye-Arm in die Apotheke und ich durfte vor laufender Kamera Medizin schlucken und mich einbalsamieren… Na wenn’s denn hilft. Der Weg zum Pass war grandios, das Wetter spielte mit und wir genossen ein schmackhaftes Picknick vor der Selim-Karawanserei. Hier konnten wir wieder von Aelitas großem Wissensschatz profitieren und entgegen der von uns noch im letztjährigen Blogbeitrag geäußerten Vermutung, dass in diesen Gemäuern Kamele rasteten, müssen wir korrigieren: vermutlich waren es Pferde, da die armenischen Berge für Kamele wohl zu steil und anstrengend gewesen wären. Wir kauften bei einem lieben Händler Wein und Honig und rollten einmal mehr die wahnsinnig schöne Strecke nach Jeghegnadsor hinab, mit dem einzigen Wehmutstropfen, dass meine Schwellung bei jeder Eruption höllisch schmerzte – und das ist bei dem zerstörten, rissigen Asphalt fast jeden Meter der Fall. Es wurde heißer und heißer und wir freuten uns auf unser Guesthouse, nicht ahnend, dass es von der Hauptstraße aus noch einmal rund 15 Minuten Radelzeit bergauf gelegen war. Niemand von uns kannte vorher die Adresse und mit jedem Abbiegen und jedem weiteren Höhenmeter bergauf sackte unsere Laune in den Keller. Tropfend vor Schweiß, mit dröhnendem Kopf und schmerzendem Unterarm hatte ich absolut keine Lust mehr auf noch unbestimmte Zeit dem UAZ in die höchsten Höhen Jeghegnadsors zu folgen. Extrem beruhigend fand ich, dass Thorsten und Hilde mindestens genauso angenervt waren und wir allesamt mit einer ziemlichen Stinklaune am Zielort ankamen. Alle? Klaus, mit den Energiereserven eines Iron Man, kann nichts die Laune und erst recht nicht die Fitness verderben. Und zugegeben, unsere Unterkunft war den Abstecher wirklich wert. Nach einer erfrischenden Dusche waren die Strapazen bei einem erneut unsagbar leckeren Abendessen natürlich rasch vergessen und wir freuten uns auf den anstehenden Abstecher zum Noravank-Kloster, welches wir 2017 aufgrund des unnötigen Umweges nicht besichtigt hatten.

Die Straße zum Noravank-Kloster schlängelte sich von der Hauptstraße, über die wir anfangs noch gemütlich rollten, acht Kilometer durch einen Canyon bergauf. Doch wer denkt, ein Canyon bedeute Schatten und Kühle, der ist in dieser Schlucht falsch gewickelt. Wir waren quasi schon eine lebendige Schweißpfütze, als es die letzten steilen Serpentinen zum Ausflugs-Hotspot Noravank-Kloster bergauf ging. Raus aus dem Sattel, Kette links und schwupps waren wir im Touri-Gewimmel. Aelita erklärte uns unreligiösen Menschen in Engelsgeduld alle Details. Obwohl die Sonne brutzelte, war das Filmteam sehr aktiv und nach ein paar Interviews rollten wir wieder entspannt hinunter. Auf dem Nachmittagsprogramm stand traditionelle Schaschlik-Zubereitung bei David, einem Freund von Aelita. Dem aufmerksamen Leser dürfte nicht entgehen, dass wir trotz aller Radelei einfach keine Chance hatten, auch nur ein Gramm Fett zu verlieren. Armenien ist zu einfach zu lecker! Nach diesem köstlichen Mahl verluden wir die Räder in die Fahrzeuge und durften zum ersten Mal selbst in dem historischen UAZ Platz nehmen. Mit russischer Klimaanlage (kleiner Ventilator) ging es zurück nach Jeghegnadsor.

Hier hieß es am nächsten Morgen für uns Radler: der frühe Vogel holpert in Ruhe zum Pass hinauf. Es war Sonntagmorgen kurz vor 7, als wir das Projekt Vorotan-Pass in Angriff nahmen. Die Filmcrew, Fahrer und Guides holten uns ca. zwei Stunden später ein und hatten Mitleid mit unserem Kampf gegen den Sturm. Während die erwartete Hitze nämlich dank Wolken gar nicht eintrat, wurden wir stattdessen von heftigen Böen gebeutelt – von vorne, von der Seite, aber gewiss nie von hinten. Am meisten zu kämpfen hatte Hilde, den eine alte Wadenverletzung zu zahlreichen Pausen zwang. Holger hatte im Prinzip ebenso großen Anteil wie wir Windschatten spendenden Mitradler an der Erklimmung des Passes, denn er war es, der Hilde regelmäßig massierte – unter Zuhilfenahme von Ölen oder im Notfall auch mal Wodka. Auf dem Pass selbst stank es mal wieder nach Urin, aber wir wussten ja schon, dass hier gefühlt (oder in dem Fall gerochen) Armeniens größte öffentliche Toilette war. Thorsten war gleich in Moderier- und Interview-Laune und als das abgefrühstückt war, konnten wir geschmeidig hinunterrollen. Da der Zeitplan eng gestrickt und unser Tagesziel, das Hasnadzor-Ressort an der Vorotan-Schlucht, von vornherein für eine Tagesetappe zu weit entfernt war, wurden wir schon bald von Aelitas Mann Nver mit dem Bus eingesammelt. Gemeinsam fuhren wir zu den Steinkreisen von Karahunj in Zorats Karer. Man könnte denken, ein betrunkener Obelix hätte hier einen Haufen Hinkelsteine fallen lassen. Vermutlich handelt es sich jedoch um ein uraltes Observatorium, da beinahe jeder Stein ein Loch aufweist, das zur Himmelsbeobachtung gedient haben könnte.

Schließlich wurden wir ins sogenannte „Eco Ressort“ gefahren, welches ausschließlich aus hölzernen Wohnfässern und Hütten bestand. Wir hatten mit unserem Holzfass das absolute Glückslos gezogen und einen großartigen Blick auf die Vorotan-Schlucht ergattert. Da war es auch egal, dass wir Platzverhältnisse wie in einer Sardinenbüchse hatten mit all unseren Taschen. Eine kurze Erläuterung zur Packthematik: Wir möchten ehrlich sein und geben zu, dass wir zwar mit Gepäcktaschen geradelt sind, aber diese natürlich nur mit unserem Leicht- und Tagesgepäck (sprich Regensachen, Obst, Erste-Hilfe-Kit, Kameras u.ä.) bestückt haben, während wir für alles Schwere und beim Radeln nicht zwingend Benötigte den Umstand der Begleitfahrzeuge nutzten. Das bedeutete aber, dass immer bei Ankunft nicht nur unsere fünf Fahrradtaschen verstaut werden mussten, sondern auch noch unsere großen Kraxen/Packsäcke.

Der nächste Tag war für die Höhlen von Khondzoresk vorgesehen, allerdings ohne Fahrrad, was angesichts der Wetterentwicklung eine ungeplant grandiose Entscheidung war. Zwar hatte es am Abend und in der Nacht schon ordentlich gerumpelt und geregnet, doch da der Morgen im Ressort einigermaßen friedlich wirkte, rechnete niemand damit, dass wir in eine einzige Nebel- und Regensuppe fahren würden. An Filmaufnahmen war nicht zu denken und so warteten wir Stunde um Stunde ab. Am späten Mittag konnten wir endlich mit der Erkundung des Areals und damit mit dem Gang über die nicht all zu vertrauenserweckende, verrostete Hängebrücke beginnen. Die Höhlen waren noch bis in die 1950er Jahre bewohnt, wobei die Einbuchtungen, die wir sahen, nicht alles an Wohnraum waren. Fotografien zeigten, wie an den Höhlenausgang hölzerne Balkone und Terrassen gebaut waren. Die Dächer einer Terrasse oder Wohnung dienten wiederum als Terrasse für die darüberliegenden, sehr ähnlich zu den – allerdings noch bewohnten – Höhlen von Kandovan im Iran, die wir auf unserer 2017er Tour besichtigten. Rund 10.000 Menschen lebten hier auf diese Weise.

Das Ziel für den darauffolgenden Tag hieß Meghri und das bedeutete, dass wir niemals die ganze Strecke mit dem Fahrrad hätten durchrocken können – weder von der Länge noch von den Höhenmetern her. So fuhren wir motorisiert bis Kapan. Diese sowjetisch geprägte ehemalige Bergbau-Stadt hatte uns ja schon auf unserer großen Reise auf skurrile Weise fasziniert. Das Biwak-Team sah das ähnlich und so rollten wir munter für die Kamera vor der Plattenbaukulisse hin und her. In Kajaran wurden wir erneut auf die Zweiräder entlassen, um bei bestem Wetter unser Fahrradfinale zu bestreiten. Leider hatte der fahrradfreie Tag nicht wirklich zur Erholung von Hildes Wade beigetragen, sodass wir auch bei dieser Pass-Bezwingung zahlreiche Stopps einlegen mussten. Dieses Mal war das Wundermittel Thorstens Faszienrolle, die er pfiffiger Weise in der Fahrradtasche mit herumfuhr.

Bei Ankunft auf dem Meghri-Pass waren wir mopsfidel für die anstehenden Fotosessions und nach einem kleinen Picknick genossen wir die ellenlange Abfahrt Richtung Iran, die vor allem auf den Anfangskilometern dank Straßenerneuerungsmaßnahmen eine Genussfahrt war. Nach einem kurzen Interview mit Blick auf die iranischen Berge wurden die Fahrräder wieder in den Bus verladen, denn unser Guesthouse in Meghri lag mal wieder alles andere als am Weg. Durch die steilen Gassen wären wir sicher nochmal gut eine Stunde unterwegs gewesen. Und wir hätten gerne noch viel mehr Zeit gehabt, um das granatapfelige und feigige Spätsommer-Flair im südlichsten Zipfel Armeniens an der Grenze zum Orient zu genießen. Die Verköstigung bei unseren lieben Gastgebern war erneut vorzüglich und der (Granatapfel-)Wein im idyllischen Garten, in dem die Katzenkinder tollten, floss in rauen Mengen.

Bewegtbilder, Sendetermine und weitere Informationen zur Expedition gibt es auf der MDR Biwak-Seite.