Vorweg: wir sind keine großen Winter-Freunde. Wir können nicht Skifahren, die Schlittschuh-Fähigkeiten liegen brach, der Schlitten aus Kindertagen ist verschollen, Langlauf-Ski sind eine Investition, die wir schon lange aufschieben. Und es kommt noch dicker: Schnee legt unsere Fahrräder lahm! Zum einen sind unsere Reifen nicht für die Rutschpartie im gefährlichen Stadtverkehr geeignet, zum anderen ist uns das Material angesichts der versalzenen Umwelt zu schade. Winterschlaf ist leider auch keine Option. Alles in allem gibt es für uns keinen Grund, uns über Schneefall zu freuen. Es sei denn, wir finden die Zeit zu einem Ausflug in die Sächsische Schweiz!

Die Vorzüge einer Winterwanderung im Elbsandsteingebirge liegen auf der Hand: die pittoreske, verwunschene Felsenlandschaft wird in ein noch mystischeres Licht getaucht, jeder Baumwipfel, Vorsprung oder Knubbel ist gezuckert, an den Überhängen wachsen imposante Eiszapfen, es ist stiller als sonst, Wanderer finden immer seltener den Weg durch die Schluchten und noch weniger auf die Gipfel. Damit sind wir auch beim Wehmutstropfen: die steilen Treppen und Stiegen, die sonst einfach „nur“ Schwindelfreiheit und Kondition abverlangen, werden zu glatten Rutschpartien, wo es zuweilen fast unmöglich ist, festen Tritt zu finden. Vor allem bei zusammen gepapptem und fest getretenem Schnee wird es zunehmend schwierig, den Wanderschuh stabil zu positionieren. Einzige Chance, die glatten Rampen zu bezwingen, ist ein entlang Hangeln an den Geländern und Handläufen – wenn vorhanden. Muskelkater im gesamten Oberkörper gibt’s gratis.

Unsere Höhepunkte des bisherigen Winters:

  • der wachsende Eisvorhang der Gautschgrotte
  • die gemütliche Stille des Polenztals
  • die verwinkelten Schwedenlöcher
  • die sonnengeflutete Pavillonaussicht in der Nähe der Bastei
  • die Felsformationen, -verwitterungen und -färbungen des Schulzengrunds
  • die gefrorenen Bachläufe der Dürrkamnitz